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Chronik

In der Geschichte unserer Heimat hat es immer wieder Menschen gegeben, die ihrer Umgebung, ihrer Gesellschaft, Kraft ihres Wissens aber auch ihrer Kunst den Stempel ihrer Persönlichkeit aufdrückten.

Es war Karl Plaschko dessen Name viele Jahrzehnte gleichzeitig mit dem Namen unsres Heimatstädtchens Dürnstein genannt wurde. Karl Plaschko wurde am 24.04.1903 in Dürnstein als zweiter Sohn eines Weinhauers, der später auch Bürgermeister von Dürnstein wurde, geboren. Sein Vater, der in seiner Militärdienstzeit in der Musikkapelle des KK.Inf.Reg.Nr. 49 “Freiherr von Hess“ diente, gab ihm ab seinem 8. Lebensjahr Musikunterricht. Im Jahre 1922 begann Karl Plaschko seine Dienstzeit bei der Bundespolizeidirektion Wien. In seiner dienstfreien Zeit absolvierte er seine Musikstudien an der Akademie für Musik und dramatische Kunst bei Prof. Karl Junge sowie Musiktheorie bei Prof. Friedrich Hartmann. Er wurde Mitglied der Bundespolizeikapelle Wien, zu deren Kapellmeister Karl Plaschko im Jahre 1937 berufen wurde. In den Kriegsjahren leitete Karl Plaschko vorerst ein berittenes Musikkorps, später das Stabsmusikkorps der Deutschen Schutzpolizei, wo er auch auf Grund seiner Studien, seiner abgelegten Prüfungen, zum Oberleutnant und Obermusikmeister befördert wurde.

Nach Kriegsende wieder heimgekehrt, widmete sich Karl Plaschko der Jugend Dürnsteins und Umgebung und gab mehr als 200 musikbegeisterten jungen Menschen Musikunterricht. Er übernahm 1946 die musikalische Leitung des Gemischten Chores der Wachauer Trachtengruppe und gründete im Jahre 1955 die Trachtenkapelle Dürnstein. Aus seinen jüngsten Musikschülern schuf er das Dürnsteiner Kinderorchester.

Mit diesen von ihm durch mehr als zwei Jahrzehnten geleiteten kulturellen Einrichtungen musizierte Karl Plaschko bei Staatsempfängen, offiziellen Anlässen, Tagungen und Kongressen. Besonders hervorzuheben wäre hier die Mitwirkung beim Staatsakt anlässlich der Begräbnisfeierlichkeiten für den Staatsvertragskanzler Leopold Figl am Platz vor der Wiener Hofburg, so auch Musikreisen nach Böblingen und Ulm, wo ungezählte Freunde für Dürnstein und die herrliche Wachau geworben werden konnten. Einer der Höhepunkt in der Geschichte der Trachtenblasmusikkapelle Dürnstein war damals die Mitwirkung bei den NÖ. Festwochen in Berlin-Steglitz, wo österreichische Marschmusik, vertreten durch die Musiker aus Dürnstein, wahre Triumphe feierte.

tk02Die Jahre vergingen, aus den kleinen Kindern wurden Musiker, aus den einstigen Musikschülern wurden Musiklehrer die wieder eine musikbegeisterte Jugend in dieser schönsten Kunst unterrichtet. Mit dem 70. Geburtstag legte Karl Plaschko die Leitung der Trachtenblasmusikkapelle in die Hände seines Schülers Gerhard Fleißner der bis 1985 Kapellmeister war. Ab 1986 liegt die Leitung der Kapelle in den Händen von Alfred Agis. Beide, Gerhard Fleißner und Alfred Agis, haben die Trachtenblasmusikkapelle Dürnstein, verbunden mit dem Fleiß aller Musiker von Erfolg zu Erfolg geführt. Bei allen Wertungsspielen stand die Trachtenblasmusikkapelle Dürnstein besonders in der Kunststufe mit der Beurteilung “Ausgezeichneter Erfolg“ unter den besten Kapellen des Landes Niederösterreich.

Karl Plaschko verstarb am 6. Dezember 1974. Am 12. Dezember geleitete die Trachtenblasmusikkapelle, der Gemischte Chor und das Kinderorchester ihren großen Lehrer Karl Plaschko auf seinem letzten Weg auf den stimmungsvollen Friedhof zu Dürnstein.

Es soll uns eine Verpflichtung sein der Musik weiter zu huldigen in Liebe zu unserer schönen Heimat, der Wachau.